»EMDR« steht für »Eye Movement Desensitisation and Reprocessing«, oder auch »bilaterale Sinnesstimulation«.
EMDR ist keine »gewachsene« Methode, sondern eine Zufallsentdeckung der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro. Nach einer überstandenen Krebserkrankung bemerkte sie auf einem Spaziergang, dass sich die bedrückenden Erinnerungen und Gedanken an ihre schwere Erkrankung plötzlich deutlich weniger belastend anfühlten, wenn sie mit den Augen länger den Zweigen der Bäume folgte, die sich im Wind hin- und herwiegten. Nachdem sie die entlastende Wirkung ihrer Augenbewegungen wiederholt an sich selbst beobachtet hatte, erforschte Francine Shapiro diesen Effekt genauer und erprobte die Wirkung »bilateraler Augenstimulation«, also die Anregung wechselseitiger Augenbewegungen, erfolgreich auch an anderen Personen. In der systematischen Weiterentwicklung von EMDR stellte Shapiro fest, dass bilaterale akustische und taktile Stimulationen, also die Anregung wechselseitig gehörter Tonfolgen bzw. wechselseitiger Berührungen, dieselbe entlastende Wirkung zeigten.
Heute zählt EMDR zu den standardisierten Therapiemethoden in der Traumabehandlung. EMDR-Arbeit, wie ich sie verstehe und praktiziere, setzt bei der Erkundung vorhandener Ressourcen – besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten – an. Deren stabilisierende Funktion als Strategien zur Traumabewältigung werden analysiert und gewürdigt.
Ich integriere EMDR in meine achtsame Stabilisierungsarbeit. Dabei verwende ich die vorher sorgfältig eingeübten, individuell bevorzugten Stimulationstechniken, um hinsichtlich bestehender Belastungen eine »Desensibilisierung« anzuregen. Das bedeutet: Im Hinblick auf destruktive Erinnerungen bzw. Gedanken wird mittels bilateraler Stimulation zunächst ein entlastender Umdenk- bzw. Neubewertungsprozess in Gang gebracht. Im Nachgang werden die neu gewonnenen konstruktiven Sicht- bzw. Denkweisen »verankert«. In einem letzten Schritt werden Strategien erarbeitet, wie diese neuen kognitiven Fähigkeiten produktiv in den Alltag eingebaut werden können.
Meine Behandlungen finden üblicherweise im Setting der Einzeltherapie statt.
EMDR –»Eye Movement Desensitization and Reprocessing« – ist eine äußerst effektive, evidenzbasierte Psychotherapiemethode, die Francine Shapiro (1948 – 2019) Ende der 1980er Jahre ursprünglich für die Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt hat.
Die therapeutische Arbeitsweise ruht wesentlich auf zwei Säulen: Einer technischen, die nachweislich die positive Wirkung sog. »sakkadischer« oder auch bilateraler Augenbewegungen auf belastende Emotionen, Erinnerungen, Kognitionen sowie Körperempfindungen nutzt. Und andererseits einer systematischen, die mit einem Therapiemanual arbeitet, dem sog. »Standardprotokoll«, das den Behandlungsprozess in 8 Phasen gliedert.
Durch seine erwiesene Wirksamkeit hat sich das Anwendungsspektrum von EMDR inzwischen enorm erweitert, und es lässt sich auch in Bereichen des Coachings und im Mentaltraining erfolgreich unterstützend einsetzen. In kompetenten Händen und im Rahmen einer tragfähigen Therapie-, Trainings- oder Coaching-Beziehung bildet EMDR ein wertvolles Instrument, um dysfunktional gespeicherte Erlebnisse, Erfahrungen und/oder Erinnerungen aufzulösen.
Die Einstiegsmodule (Modul 1 + 2) bieten Ihnen eine fundierte Ausbildung in klassischer »Wink-Technik« und weiteren Formen bilateraler Stimulation. Sie lernen die Struktur des EMDR-Standardprotokolls mit grundlegenden Instruktionsstrecken, die zugehörige Gestaltung des Basis-Settings und seine Anwendungsmöglichkeiten kennen. In zahlreichen angeleiteten und freien Praxis-Einheiten haben Sie Gelegenheit, die neu erlernten Techniken ausgiebig zu üben und dabei die erstaunliche Wirkung von EMDR bei sich selbst zu erfahren.
In 4 Vertiefungsmodulen erhalten Sie wichtige theoretische und praktische Einblicke in die von mir praktizierte »Achtsame stabilisierende Traumabehandlung« (Modul 3 + 4). Zur Abrundung des Kurses lernen Sie spezielle, methodenübergreifende Einsatzmöglichen von EMDR im Rahmen der Ressourcen-Analyse und Ressourcen-Aktivierung (Modul 5) sowie zur Selbstfürsorge für Sie als Therapeuten (Modul 6).
Modul 1
| 30.01.2027 31.01.2027 03.07.2027 04.07.2027 | EMDR · Geschichte und Grundbegriffe Therapeutische Haltung · »DISH« · Distanz · Information · Sicherheit · Hoffnung Setting und bilaterale Stimulationstechniken Standardprotokoll Teil 1: Struktur (Phase 1 – 3) Positive / Negative Kognition · VoC · SUD Fokus: »Bewertung« (Phase 3) · Ablauf + Dokumentation Demo: »Bewertung« Praxis: Supervidierte Übungseinheiten |
Modul 2
| 13.02.2027 14.02.2027 31.07.2027 01.08.2027 | Standardprotokoll Teil 2: Struktur (Phase 1 – 8) Fokus: »Prozessieren« (Phase 4) + Verlaufsdokumentation Demo-Einheit: »Prozessieren« Praxis: Supervidierte Übungseinheiten |
Modul 3
| 10.04.2027 11.04.2027 04.09.2027 05.09.2027 | EMDR und Trauma · Geschichte · Chancen · Grenzen Grundbegriffe: Trauma · traumatischer Stress »Achtsame stabilisierende Traumabehandlung« · Aufbau und Ziele Fokus: Anamnesegespräch (Phase 1) · Fragetechniken Demo: »Anamnese« Fokus: Stabilisierung (Phase 2) · Übungen Demo: »Sicherer Ort« Praxis: Supervidierte Übungseinheiten |
Modul 4
| 01.05.2027 02.07.2027 02.10.2027 03.10.2027 | Trauma · Körper · Gedächtnis Fokus: »Körpertest« (Phase 6) Demo: Body Scan Praxis: Supervidierte Übungseinheiten Special: Trauma und Schmerz »EMDR-Schmerzmanual« · Ausblick auf Ressourcenarbeit |
Modul 5
| 05.06.2027 06.06.2027 06.11.2027 07.11.2027 | EMDR und Ressourcen · Definitionen · Ziele · Übungen Wirkungen und Nebenwirkungen »3-A-Methode« · Auffinden · Aufbauen · Aktivieren von Ressourcen Wege zu Ressourcen Ressourcen-Landkarte Ressourcen-Fokus Demo: »Stein-Übung« (Arbeit mit Kindern) Praxis: Supervidierte Übungseinheiten |
Modul 6
| 26.06.2027 27.06.2027 04.12.2027 05.12.2027 | EMDR und Selbstfürsorge des Therapeuten · Definitionen · Ziele · Übungen Schmetterlings-Technik Demo: »Körperressource · Auffinden · Gestalten« Praxis: Supervidierte Übungseinheiten Schlussdiskussion |
Zertifikat „EMDR-Coach“ für Coaches und im Sozialen Bereich Tätige
Zertifikat „EMDR-Therapeut/in“ für Heilpraktiker/in, Psychotherapeuten, Ärzte